Christianity gegen Islam_Part 1

Warum nimmt der Krieg gegen den Terror kein Ende? Wollen die Götter Krieg?

Der arabische Frühling begann im Januar 2011 in Tunesien. US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Aufstand im Mai des Jahres als „historische Chance“ für die USA, „die Welt so zu gestalten, wie es sein sollte.“ Der Aufstand hat zum Sturz von mehreren Diktatoren geführt, in Tunesien von Zine el-Abidine Ben Ali, in Ägypten von Hosni Mubarak und in Libyen von Muammar al-Gaddafi. Doch die Sicherheitslage ist heute alles andere als stabil.

Im September 2012 starb der US-Botschafter in Libyen. Sein Konsulat in Benghazi war von islamistischen Milizen angegriffen worden. Die Muslime empörte ein Film, der ihrer Ansicht nach den Propheten Mohammed beleidigt. In Syrien kämpft eine Dschihad-Gruppe gegen das Assad-Regime. In Algerien schockte Anfang 2013 ein schwerer islamistischer Angriff die Welt. Der Krieg gegen den Terror ist offenbar noch lange nicht zuende.

Terroranschläge und Einsätze die Attentäter beflecken das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Eine Lösung für den Konflikt zwischen der christlichen und der islamischen Zivilisationen, der im Zentrum der Feindseligkeiten steht, ist noch nicht gefunden worden. Wie kann der notwendige Paradigmenwechsel aussehen und welche Rolle vermag Japan bei der Überwindung des Konflikts zu spielen?

TEIL 1 – Warum gibt es kein Ende des Krieges gegen den Terrorismus?

Die Menschen neigen dazu, auf Dinge, die sie rational nicht verstehen, mit Hass zu reagieren. Das lässt sich in der westlichen Gesellschaft gut beobachten. Dort nehmen negative Gefühle gegenüber Muslimen zu, weil den Westler der Islam unverständlich bleibt. Das hat mit dem unterschiedlichen Gottesverständnis von Christen und Muslimen zu tun. In dieser Sonderreihe liefern wir Hintergrundinformationen, die das Verständnis fördern und zu einer Partnerschaft führen können.

Jüdische und christliche Gesellschaft gegen die der islamische Welt

Die wichtigsten Auslöser für Terrorismus, Schwierigkeiten und Konflikte

Die Terroranschläge vom 11. September

Am 11. September 2001 stürzten entführte Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center und das Washingtoner Verteidigungsministerium (Pentagon). Etwa 3.000 Menschen starben. Die Amerikaner machten Al-Qaida, Osama bin Ladens internationale Terrororganisation, für die Angriffe verantwortlich.

Der Krieg in Afghanistan

Im November 2001, kurz nach den Anschlägen vom 11. September, verlangten die USA vom afghanischen Taliban-Regime, Osama bin Laden auszuliefern. Er hielt sich dort auf. Da die Talban der Aufforderung nicht nach kamen, griffen Truppen der USA und der NATO gemeinsam mit der afghanischen Anti-Taliban-Koalition Nordallianz das Regime an und stürzten es. Die Taliban begannen einen Guerilla-Krieg, der bis heute andauert. Trotzdem will die Obama-Regierung die amerikanischen Truppen ab 2013 abziehen.

Indien

Im Juli 2006 gab es eine Reihe von Bombenanschlägen auf Eisenbahnen in Mumbai. Rund 200 Menschen kamen ums Leben. Die Sicherheitskräfte glauben, dass islamische Extremisten die Terrorakte begangen haben. Im November 2008 eröffneten Bewaffnete das Feuer und warfen Handgranaten in Luxushotels und in einen Bahnhof in Mumbai. Das kostete mehr als 195 Menschen das Leben.

Indonesien

Bei einem Terroranschlag auf eine Diskothek in Bali starben im Oktober 2002 mehr als 200 Menschen. Die Polizei macht die islamistische Organisation Jemaah Islamiah verantwortlich. Bis 2005 gab es weitere Ausschläge auf westliche Touristen und Hotels.

Tschetschenien

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion tobt im nordkaukasischen Tschetschenien ein Sezessionskrieg. Russland konnte die Kämpfe im Jahr 1996 stoppen. Sie brachen aber 1999 erneut aus. Das hat mit ausländischen Terroristen zu tun, die das Land infiltriert haben und die tschetschenischen Unabhängigkeitskämpfer unterstützen. Im Jahr 2009 erklärte Russland seine Säuberungsaktion für abgeschlossen, die viele Zivilisten das Leben gekostet hat.

Westeuropa

In Westeuropa leben 20 Millionen muslimische Zuwanderer. Besonders viele von ihnen sind in Großbritannien und Frankreich, Deutschland und den Niederlanden ansässig. Seit den Terroranschlägen vom 11. September leiden die Migranten verstärkt unter Ausgrenzung und Diskriminierung. In einigen Ländern ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen.

Großbritannien

Im Juli 2005 gab es gleichzeitige Bombenanschläge auf drei Londoner U-Bahn-Züge und einen Bus. Die Explosionen töteten mehr als 50 Menschen und verletzten etwa 700 Personen.

Spanien

Im März 2004 gab es auf vier Züge in Madrid gleichzeitig Bombenanschläge. Mehr als 200 Männer, Frauen und Kinder starben und etwa 1.500 Personen wurden verletzt. Eine Gruppe mit Verbindungen zu Al-Qaida erklärte sich für schuldig.

Libanon

Im Juli 2006 begann die israelische Armee eine Bodenoffensive gegen die militante libanesische Hisbollah. Schläge der israelischen Luftwaffe begleiteten die Invasion. Im August konnte ein Waffenstillstand vereinbart werden, aber die Spannungen bestehen fort.

Ägypten

Seit 2008 häufen sich in Ägypten Übergriffe von Muslimen gegenüber der alten christlichen Glaubensgemeinschaft der Kopten. Seit 2010 ist die Situation noch schlimmer geworden. Damals kündigte eine irakische Organisation mit Verbindungen zu Al-Qaida antichristliche Anschläge an.

Palästina

1993 einigten sich Israel und die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) im Oslo-Abkommen auf die Gründung einer palästinensischen Übergangsregierung und den Aufbau der Selbstverwaltung im Westjordanland und im Gaza-Streifen. Die Umsetzung der Vereinbarung kam zum Erliegen, als der rechte Flügel in Israel die Regierung übernahm. Israel setzt den Ausbau jüdischer Siedlungen fort. Anfang 2009 führte Israel überraschend Angriffe auf den Gaza-Streifen durch.

Irak

Im März 2003 griff Amerika unter Präsident George W. Bush den Irak an. Die USA begründeten den Einmarsch damit, dass der Irak eine Brutstätte für Terroristen sei und außerdem Massenvernichtungswaffen besitze. Die Amerikaner stürzten Iraks Regierung innerhalb eines Monats. Es wurde eine neue Regierung gebildet. Das irakische Volk hielt demokratische Wahlen ab. Jedoch formierten sich gegen die amerikanischen Besatzer Widerstandsgruppen. Im Jahr 2011 sind die amerikanischen Truppen fast vollständig aus dem Irak abgezogen. Die Kräfteverhältnisse sind unklar.

Iran

Im Jahr 2002 gaben die USA bekannt, dass der Iran geheime Nuklearanlagen betreibt. Es bestehe der Verdacht, dass das Land Atomwaffen entwickeln würde. Iran behauptete überzeugend, dass die Nutzung der Kernenergie zu friedlichen Zwecken diene. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte Iran jedoch bis 2010 vier Mal. Irans Verhältnis zu Israel sehr feindselig geworden.