Fünf Mysterien über Jesus Christus

Nicht-biblische Erkenntnisse über das Leben von Jesus

Papst Benedikt XVI. ist 2013 zurückgetreten. Das hat die langjährige Debatte um Fragen wie die Ordination von Frauen, Empfängnisverhütung oder Ehescheidung neu angefacht. Die Reform der Kirche ist eine frustrierende Angelegenheit, meinen viele Christen. Es werde, so ihre Einschätzung, endlos debattiert und am Ende passiere nichts. Wie soll der Vatikan die Probleme angehen?

Der neue Papst, Franziskus, betont die Spiritualität. Er fürchtet, dass die Kirche zu einer „mitfühlenden Nichtregierungsorganisation“ (NGO) wird, wenn sie sich nicht auf die Seele des Menschen konzentriert. Happy Science meint dagegen, dass sich die Herausforderungen am besten bewältigen lassen, wenn die Kirche ihr falsches Jesus-Bild aufgibt. Zu diesem Zweck hat Meister Ryuho Okawa, der Gründer und Vorstandsvorsitzende von Happy Science, „fünf Geheimnisse“ im Leben des Messias enthüllt.

Der biblische und der nicht-biblische Jesus

Dan Browns Roman „The Da Vinci Code“, der im März 2003 erstmals in den USA erschien, ist bis heute weltweit ein Bestseller. Es handelt sich um einen Krimi. Ein Mord im Pariser Louvre-Museum ist der Ausgangspunkt für die Aufdeckung des „wahren Jesus“. Er ist ganz anders, als er in der Bibel dargestellt wird.

Der Schlüssel zur Aufdeckung der Geheimnisses ist ein Fresko des Renaissance-Künstlers Leonardo da Vinci, „Das letzte Abendmahl.“ Die Person, die rechts neben Jesus sitzt, wird in der Regel für Johannes gehalten. In Dan Browns Buch stellt sich aber heraus, dass es sich tatsächlich um Maria Magdalena handelt. Sie ist die Frau von Jesus.

Kontroverse um die Ehefrau von Jesus

Dan Brown erklärt im Vorwort des Romans, dass seine Beschreibungen von Kunstwerken, Gebäuden, Schriften und geheimen Zeremonien „alle auf der Realität basieren“. Hatten die christlichen Kirchen Amerikas den Film „Die Passion Christi“ gefördert, so schäumten sie angesichts des erfolgreichen Dan-Brown-Romans vor Wut. Sie sprachen von einem „Angriff“ auf den christlichen Glauben. In Büchern und auf Webseiten versuchten kirchentreue Christen, die Darstellungen des Krimis zu widerlegen.

Das Infragestellen der bisherigen Jesusvorstellung erschüttert das 2000 Jahre alte Christentum

Der Grund für die große Kontroverse liegt darin, dass Dan Brown tatsächlich Geheimnisse im Leben Jesu enthüllt hat. Das Neue Testament berichtet fast ausschließlich über die drei Jahre, in denen der damals schon 30 Jahre alte Jesus das Evangelium predigte, gekreuzigt wurde und dann auferstanden ist. Die übrige Zeit bleibt weitgehend im Dunkeln.

Dies liegt daran, dass bei der Zusammenstellung der Bibel im 4. Jahrhundert n. Chr. aus den Tausenden von Aufzeichnungen über das Leben Jesu nur die vier Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes verwendet wurden. Der Inhalt der übrigen Schriften galt als „Ketzerei“.

Nachdem die Ketzer-Schriften jahrhundertelang verschwunden waren, tauchten sie im 20. Jahrhundert wieder auf. So wurde in Nag Hammadi, einem ägyptischen Dorf am Oberlauf des Nils, eine ganze Bibliothek entdeckt. Unter den Dokumenten war auch das Thomas-Evangelium.

Mutig gingen Forscher den Spuren nach. Michael Baigent, Henry Lincoln und Richard Leigh veröffentlichten das Buch „Das Heilige Blut und der Heilige Gral. Die versteckte Abstammung von Jesus“. Lynn Picknett und Clive Prince publizierten das Buch „Die Offenbarung der Templer“ und von Margaret Starbird erschien das Werk „Die Frau mit dem Alabaster-Krug. Maria Magdalena und der Heilige Gral“. Dan Brown hat die dort ausgebreiteten Erkenntnisse für eine breite Leserschaft erschlossen.

Was ist nun „wahr“? Stimmen bibeltreue Darstellungen, wie die im Film „Die Passion Christi“, oder sollen wir Ausführungen Glauben schenken, die das Jesus-Bild des Neuen Testaments korrigieren?

Nach Darstellung der christlichen Kirchen kommt der Bibel hohe Autorität zu. Abweichende Darstellungen Jesu müssen demnach falsch sein. Viele Menschen auf der ganzen Welt wollen diese Sicht nicht mehr akzeptieren. Das erschüttert das traditionelle Christentum in seinen Grundfesten. Angesichts der großen Interesses an diesen Fragen hat Happy Science sich an die Erforschung des Lebens Jesu gemacht.