Finanzinstitute versorgen die Welt mit Kapital – wie sieht deren Zukunft aus?

 Weltwirtschaftskrise_Teil 3

 

 

Rezept 1

Es ist höchste Zeit, eine kreativere Wirtschaftspolitik zu betreiben

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen steigt die Zahl der Weltbevölkerung bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf 10 Milliarden Menschen. Um so vielen Personen ein erfolgreiches Leben zu ermöglichen, müssen wir die Wirtschaft voranbringen. Bereits heute benötigen wir große Kapitalmengen, um uns durch die Rezession zu kämpfen. Die Frage lautet, wie wir eine üppige, wohlhabende Welt schaffen können.

Was können wir tun, um den Reichtum der Welt zu erhöhen?

Derzeit versuchen alle Regierungen, Zentral- und Privatbanken, ihre Bilanzen dadurch zu optimieren, dass sie den Wert ihres Geldes schützen. Das bedeutet, dass nur jemand mit Wertpapieren Schulden machen kann. Das vorhandene Vermögen reicht allerdings nicht aus, um ausreichend Kredite zur Verfügung zu stellen. So wird der globale Wohlstand niemals steigen.

Was können wir tun, um den globalen Reichtum zu erhöhen? Professor Makoto Suzuki von der Seigakuin University hat gesagt: „Wenn Sie nie mehr Bargeld ausleihen, als von Wertpapieren gedeckt ist, können Sie keinen Mehrwert schaffen.“ Stellen Sie sich einen Unternehmer vor, der ein Geschäft mit einem Bank-Darlehen von 100 Millionen Yen eröffnet, ohne der Bank im Gegenzug Sicherheiten in Form von Wertpapieren angeboten zu haben. Dies bedeutet, dass die Bank entschieden hat, dass der Kaufmann und seine Geschäftsidee 100 Millionen Yen wert ist. Wenn dieser ein Unternehmen gründet, das mehr als 100 Millionen Yen erwirtschaftet, dann werden die 100 Millionen Yen der Bank Mehrwert geschaffen haben.

Professor Suzuki fuhr fort: „Die Rolle unserer Banken sollte sein, Menschen zu erziehen, damit sie Geld verdienen können, und noch unbekannte Unternehmen zu unterstützen und zu beraten, so dass sie erfolgreich wirtschaften.“ Die Ideen von Unternehmern zu bewerten, sie ihrem Wert entsprechend zu finanzieren und neue Wertschöpfungen zu ermöglichen – dies ist die eigentliche Aufgabe der Banken.

Die Notwendigkeit einer neuen Wirtschaftspolitik: den Fokus auf Innovation setzen

Bisher hat sich die Wirtschaft an das Gebot gehalten, „Wir haben eine feste Summe an finanziellen Mitteln, die es bestmöglich zu verteilen gilt.“ Mit dieser Strategie ist es unmöglich, Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Wir brauchen eine neue Perspektive, die die Wertschöpfung in den Mittelpunkt setzt.

In dem Buch „Das Zeitalter der Diskontinuität“ schrieb Peter Drucker, der als Vater des modernen Managements gilt: „Wir brauchen eine Wirtschaft, die sich auf das Prinzip der Innovation konzentriert. Das Ziel der Wirtschaftspolitik sollte sein, Möglichkeiten zur Hervorbringung von Reichtum zu schaffen, statt nur eine feste Menge an Ressourcen zu verteilen. Innovation ist das spezielle Instrument des Unternehmertums. Ressourcen für Innovationen zur Verfügung zu stellen, schafft Wohlstand.“

Der österreichische Ökonom Joseph Schumpeter sagte, Innovation sei die treibende Kraft der wirtschaftlichen Entwicklung. Nach Schumpeter beginnt die wirtschaftliche Entwicklung damit, dass Banken die Geschäftsidee eines Unternehmers bewerten und ihm entsprechend Geld zur Verfügung stellen. Der Unternehmer finanziert damit Innovationen. Die Banken schaffen also einen Wert und anschließend realisieren die Unternehmer die Innovationen, die diesem Wert entsprechen.

Nach diesem Modell kann die Wirtschaft wachsen, solange es Innovationen gibt. Die Konjunktur bricht ein, wenn der Innovationsprozess stagniert und die Bankiers nicht die finanziellen Mittel für die Realisierung von Innovationen zur Verfügung stellen.

Es ist also egal, wie viel Geld eine Nation druckt, solange genügend wirtschaftliches Wachstum stattfindet. Die Zentralbank sollte alle Kapazitäten, über die sie verfügt, in den Markt einfließen lassen. Die Leute reden über Hyperinflation, aber solange es Wirtschaftswachstum gibt, stellt das kein Problem dar.

Die Welt braucht eine solide Finanzierung

Die Weltbevölkerung bewegt sich auf die Marke von 10 Milliarden Menschen zu. Wie können wir sicherstellen, dass für solch eine große Bevölkerung genügend Mittel bereitgestellt werden?

Hayek hat zur Bewältigung dieser Herausforderung „die Entnationalisierung des Geldes“ gefordert. Nicht nur die Zentralbanken, sondern alle Banken sollen das Recht haben, eigenes Geld in Umlauf zu bringen. Der Markt liefert den Rahmen, um den Wert jeder Währung zu bestimmen. Wenn also Bank A zu viel Geld druckt, fällt nach dem Gesetz des Marktes der Wert ihres Geldes. Die Bank wird als Reaktion darauf die Geldmenge reduzieren. Wenn Geld auf der Grundlage von marktwirtschaftlichen Prinzipien in Umlauf gebracht wird, gibt es weder Inflation noch Deflation, erwartete Hayek.

Allerdings müssen wir auch darüber nachdenken, wie wir Entwicklungsländern Finanzmittel zur Verfügung stellen können. Ihre Volkswirtschaften fangen gerade erst an zu wachsen. Professor Suzuki sagte: „Wir müssen private Finanzinstitute in den Entwicklungsländern trainieren. Wenn z. B. eine japanische Großbank der Bank eines Entwicklungslandes Gelder aus einem Fonds zur Verfügung stellt, sollte sie ihr durch Management-Austausch das nötige Know-how vermitteln. Eine weitere Option wären Steuervergünstigungen für Banken, die sich in der Entwicklungshilfe engagieren.“

Derzeit werden Regierungshilfen für Entwicklungsländer oft missbraucht. Entwicklungsländer drohen von der Hilfe abhängig zu werden. Sie entwickeln nicht die Fähigkeit, sich ihren Weg aus der Armut heraus selbst zu erarbeiten. Es braucht Zeit, die Bankiers in Entwicklungsländern zu schulen. Auf lange Sicht würde das dann aber ihre Unabhängigkeit ermöglichen und helfen, die Werte zu schaffen, die wir uns auf globaler Ebene wünschen.

Um ein weiteres Wachstum der Weltwirtschaft zu gewährleisten, müssen wir die Wertschöpfung in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stellen und sicherstellen, dass Finanzmittel großzügig zur Verfügung gestellt werden. Laut Professor Suzuki, „ist das Problem ein Mangel an Finanzmitteln. Wenn die gegenwärtige Situation anhält, in der die Bevölkerung wächst, die Geldmittel aber nicht, wird die Zukunft der Welt von Armut geprägt sein.“

Rezept 2

Den wirklichen Geist eines Bankers zeigen:

Banker sind für die Entwicklung unserer Zivilisation verantwortlich

In Hinblick auf die natürlichen Ressourcen wird unsere Nation die Nummer 1 in der Welt werden.“ Dies hatte der Bankier John Pierpont Morgan zu Beginn der industriellen Revolution vorhergesagt. J. P. Morgan tätigte umfassende Investitionen in große Bergbau- und Eisenbahntransportunternehmen. So entwickelten die USA die wirtschaftliche Macht, die sie mit der Zeit zur größten Industrienation der Welt machten.

In Europa dominierten lange die Rothschilds die Finanzwelt. Rothschild III. sagte: „Das Bankgeschäft erzeugt den notwendigen Geldfluss, um von Punkt A, der gegenwärtigen Situation, zu Punkt B, der gewünschten Situation zu kommen.“ Die Familie Rothschild finanzierte Großbritannien den Erwerb des Suezkanals, viele Infrastrukturprojekte und die nationale Politik verschiedener Länder. Sie schulterten sogar die Finanzierung von Kriegen. Als Verwalter der Finanzwelt hat die Rothschild-Gruppe lange ein hohes Maß an Kontrolle über die europäische Politik ausgeübt.

Die Rolle des Bankiers ist, die Geldmittel zur Verfügung zu stellen, welche für die Entwicklung der Zivilisation ihres Landes und der Welt notwendig sind. Heutige Banken zeigen dagegen folgende Haltung: „Keine Wertpapiere – kein Geld!“ Dies widerspricht ihrer eigentlichen Mission. Ein echter Banker investiert aktiv in vielversprechende und innovative Unternehmen. Die Finanzbehörden müssen das durch entsprechende Regelungen erleichtern.

Die Welt gedeihen lassen

Morgan und Rothschild wurden oft dafür kritisiert, dass sie ihr Geld verwendeten, um die gesamte Wirtschaft zu steuern. Diese Kritik zeigt jedoch die Größe der Mission dieser Bankiers.

Eiichi Shibusawa, der ein Imperium von mehr als 500 Unternehmen im Japan der Meiji-Zeit aufgebaut und die Grundlagen des modernen japanischen Kapitalismus gelegt hat, sagte: „Wenn Du glaubst, ein Unternehmen gründen zu müssen, dann starte es. Wenn Du an den Erfolg eines Unternehmens glaubst, dann mache mit und kaufe Aktien.“

Die Aufgabe der Banken ist es, eine Vision für die Welt zu entwickeln und dann die Mittel für die Verwirklichung einer solchen globalen Zivilisation bereit zu stellen. Das nenne ich den „Banker-Geist“.

Dieser Banker-Geist ist nicht nur auf private Banken beschränkt. Zentralbanken, darunter die Bank of Japan, haben die Verantwortung, die sprießenden Samen der Innovation großzügig mit Geldmittel zu gießen. Für die Regierung bedeutet der Banker-Geist die nötige Infrastruktur zu liefern, die der private Sektor selbst nicht bieten kann. Sie sollen die Samen für Innovation durch Investitionen in die technologische Entwicklung und neue Industrien pflanzen.

Viele Technologien, die heute Teil des täglichen Lebens sind, einschließlich des Internets und GPS-Navigations-Systeme, haben ihren Ursprung in den Forschungslabors des US-Militärs. Wenn die Amerikaner Investitionen in Technologie vernachlässigt hätten, würden all die Wirtschaftszweige, die auf dem Internet basieren, heute nicht existieren. Die breite Öffentlichkeit könnte dann die Vorteile der täglichen Internet-Nutzung nicht genießen.

Der Banker-Geist kann die Welt retten

Da die Regierungen, Zentralbanken, Finanzbehörden und privaten Banken nur an ihre eigenen Bilanzen denken, stagniert der Geldfluss. Die Welt steht an einer Klippe und schaut in den Abgrund einer weiteren Weltwirtschaftskrise. Was wir jetzt brauchen, sind ausreichend Mittel für neues Wirtschaftswachstum auf globaler Ebene. Um das Überleben der menschlichen Rasse zu sichern, muss jeder Einzelne den Banker-Geist umarmen.