Kolumne des Chefredakteurs

Japan versucht seine Sicht auf den letzten Weltkrieg zu ändern, während China und Korea an alten Protestmustern kleben. So verwundert es nicht, dass chinesische und koreanische Kommentatoren vor kurzem aufheulten. Der Grund: Der japanische Premierminister Shinzo Abe hatte bei Übernahme der Regierungsgeschäfte im Dezember 2012 angedeutet, dass er die Kono- und Murayama-Erklärungen überarbeiten werde. Er folgte damit Forderungen, wonach Japan die „masochistische Sicht“ auf die eigene Geschichte als „Aggressor-Nation“ revidieren müsse.

Die Journalisten der Nachbarländer gifteten, Japan wolle den Militarismus aufleben lassen. Die USA schlossen sich der Kritik an. Die Regierung von Barack Obama brachte ihre „Besorgnis“ zum Ausdruck. Der Forschungsdienst des US-Kongresses verfasste einen Bericht, in dem stand: „(Herr Abe) hat eine revisionistische Sicht und bestreitet die Geschichte der (japanischen) Aggression“. Die amerikanischen Massenmedien nahmen Japan unter Feuer. „Premierminister Abe kann sich den Tatsachen der Geschichte nicht stellen“ lautete die Überschrift eines Leitartikels in der Washington Post.

Premierminister Abe musste die angekündigte Überprüfung der Kono- und Maruyama-Erklärungen widerrufen.

Die Okawa-Stellungnahme fordert auch den Westen auf, sein Geschichtsverständnis zu ändern

In der Erklärung von Kabinettssekretär Yohei Kono von 1993 geht es um die koreanischen Komfort-Frauen und in der Erklärung von Premierminister Tomiichi Murayama 1995 entschuldigt sich Japan für „Kolonialherrschaft und Aggression.“ Beide Papiere stufen Japan als „verabscheuungswürdiges Land“ ein. Die Handlungsmöglichkeiten in Diplomatie und Landesverteidigung werden durch die Dokumente eingeschränkt. Der Artikel 9 der japanischen Verfassung, in der es um die „nationalen Verteidigungskräfte“ geht, setzt das Militär auf Sparflamme.

Da die militärische Bedrohung durch China immer weiter wächst, hat Meister Ryuho Okawa, Gründer und Vorsitzender der Happy Science Gruppe, im Juli die „Die Okawa-Stellungnahme – Mein Vorschlag“ veröffentlicht. Er verwirft die Kono- und Murayama-Erklärungen. Die Stellungnahme soll die Regierung ermutigen, in naher Zukunft ein entsprechendes Papier zu erstellen.

Meister Okawa fegt nicht nur Japans selbstquälerische Sicht auf die eigene Geschichte beiseite. Er fordert auch die Selbstkritik des Westens.

Die Geschichte der letzten 500 Jahre war geprägt von westlicher Aggression

Der Westen muss eine neue Sicht auf die vergangenen 500 Jahre entwickeln. In dieser Zeit ermöglichte ihm der rasante technische Fortschritt die Kolonialisierung der Welt. Der Rassismus der weißen Volker führte zu Massakern an indigenen Völkern auf dem amerikanischen Kontinent, zum Handel mit schwarzen Sklaven und der Kolonisierung Asiens und Afrikas. Auch der Abwurf von Atombomben auf Japan war ein rassistischer Akt.

Der Westen hat sich für diese Vergangenheit nie entschuldigt. Ein amerikanischer Präsident nach dem anderen hat es versäumt, für den Völkermord an den Indianern und die Versklavung der Schwarzen Buße zu tun. Bisher ist nur in Einzelfällen Bedauern ausgedrückt worden. Halbherzig wurden Entschädigungen gezahlt. Amerika hat sich weder für seine Kolonialherrschaft auf den Philippinen entschuldigt, noch für den Abwurf der Atombomben auf Japan.

Großbritannien, das über ein weltumspannendes Kolonialreich herrschte, hat nie Länder wie Indien, Burma oder Malaysia um Verzeihung gebeten. Das tat auch Frankreich nicht für seine Kolonialherrschaft in Indochina.

Als der französische Präsident Francois Hollande im Dezember 2012 Algerien besuchte, räumte er ein, dass Frankreichs 130 Jahre lange Kolonialherrschaft „brutal und unfair“ gewesen sei. Dann sagte er: „Ich bin nicht hierher gekommen, um Bedauern auszudrücken oder mich zu entschuldigen.“

Der Westen bittet nicht um Verzeihung, weil er es seinerzeit für die Pflicht des weißen Mannes hielt, die Hochkultur Europas in rückständige Länder zu bringen. Dieser Glaube besteht teilweise bis heute fort.

Tatsächlich gründet sich zum Beispiel der Wohlstand von Hongkong und Singapur auf der wirtschaftlichen Infrastruktur, die während der britischen Herrschaft geschaffen worden ist. Als Japan Korea und Taiwan regierte, investierte es dort mehr Geld in Bildung und Infrastruktur als in den eigenen Provinzen. So legte Japan den Grundstein für den Nachkriegs-Wohlstand der beiden Länder.

Zunehmender Druck auf den Westen, sich zu entschuldigen

Im Laufe der vergangenen 20 Jahre hat sich der Druck auf den Westen, sich zu entschuldigen, erhöht. Im Jahr 2009, als Präsident Obama sein Amt antrat, verabschiedete der US-Senat eine Resolution. Darin bat er die Afro-Amerikaner um Verzeihung dafür, dass sie Opfer der Sklaverei und der Rassendiskriminierung geworden sind. Der Senat sprach von „fundamentaler Ungerechtigkeit, Grausamkeit und Brutalität“.

Als Präsident Obama im Juni 2013 Afrika besuchte, gab es dann allerdings keine Entschuldigung, obwohl er im Senegal eine ehemalige Sklavenhändler-Festung besuchte.

Im Jahr 2009 hat Obama über einen Besuch Hiroshimas nachgedacht. Dokumente, die von der Plattform „Wikileaks“ enthüllt wurden, zeigen die Blockade durch die japanische Regierung. Der Besuch sei „verfrüht“. Immerhin nahm der US-Botschafter in Japan, John Roos, im August 2010 als erster Vertrerter der US-Regierung an der Zeremonie in Hiroshima teil.

Opfer in Lateinamerika und Afrika

In der Geschichte der Menschheit gibt es kaum etwas, das der globalen Aggression des Westens entspricht. Spanien stürzte im 16. Jahrhundert die Reiche der Azteken und Inka und tötete 30 Millionen, vielleicht sogar 90 Millionen dort lebender Menschen.

Die Kolonisten benötigten Arbeiter und starteten daher den Sklavenhandel aus Afrika, an dem sich unter anderem die Niederlande, Großbritannien und Frankreich beteiligten. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts sind 15 Millionen Schwarze über den Atlantik verschleppt worden. Während der Überfahrt waren sie in den engen Schiffen gefesselt. Mehr als die Hälfte von ihnen starb unterwegs.

Zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs gab es vier Millionen Sklaven in den USA, die auf den Plantagen im Süden schufteten. Dieses Verbrechen systematischen Menschenhandels ist in der Geschichte beispiellos.

Zuvor hatten die weißen Amerikaner die Ureinwohner enteignet. Die Zahl der Indianer sank von zwei Millionen Menschen im Jahr 1500 auf 300.000 Personen im Jahr 1900.

Die Diskriminierung von Farbigen unterscheidet sich nicht von der Diskriminierung der Juden

Die einzigen asiatischen Länder, die nicht zu Kolonien des Westens wurden, waren Japan und Thailand.

Die Niederlande unterbanden in Indonesien die Bildung. Die indigene Bevölkerung sollte nicht lesen und schreiben lernen. Menschenansammlungen von mehr als drei Personen waren verboten. Großbritannien unterdrückten Unruhen in Indien, Burma (Myanmar) und Malaysia, indem sie Aufständische erschossen oder verbrannten.

Auf Hawaii stürzten die Amerikaner König Kamehameha und gliederten den Inselstaat im Jahr 1898 in die USA ein. Im selben Jahr gewann Amerika den Spanisch-Amerikanischen Krieg und erwarb die Philippinen. Es verwandelte das Land in eine amerikanische Kolonie und unterdrückte die Unabhängigkeitsbewegung.

Damals haben die USA erstmals in Asien Fuß gefasst. Ihre Interessen kollidierten bald mit denen der aufstrebenden Nation Japan. Die Amerikaner sahen damals einen Krieg mit Japan über kurz oder lang für unvermeidlich an. Während des Zweiten Weltkriegs warf Amerika zwei Atombomben auf Japan und tötete dabei nach eigenen Angaben 200.000 Zivilisten. Bei der Bombardierung von mehr als 200 japanischen Städten starben weitere 330.000 Menschen.

In den 1930er Jahren gehörte fast 60 Prozent der Erdoberfläche den vier Ländern Großbritannien und Frankreich, USA und der Sowjetunion. Großbritannien hatte in Asien und Afrika ein Gebiet an sich gerissen, das mehr als 100-mal so groß war wie sein eigenes. Die Niederlande herrschten über ein Reich, das 60-mal so groß war wie das eigene Territorium.

Das Massaker der Nazis an den Juden während des Zweiten Weltkriegs war eine herzzerreißende Tragödie, aber wo liegt der Unterschied zur Diskriminierung und Tötung von farbigen Menschen durch den Westen im Laufe von einigen Jahrhunderten? Wenn Nazi-Führer Adolf Hitler ein Teufel gewesen ist, dann stand der Westen in den vergangenen Jahrhunderten ebenfalls unter dem Einfluss von Teufeln.

Der Einfluss des Alten Testaments eines „Gottes des Zorns“?

Die Kolonialherrschaft des Westens wurden von Soldaten, Händlern und christlichen Missionaren getragen. Die katholische Kirche erklärte, dass Indianer und Schwarze keine Seele hätten. So begingen die Weißen mit ruhigen Gewissen Massaker und trieben Sklavenhandel.

Der Einfluss jenes Gottes, der im Alten Testament erscheint, lässt sich nicht leugnen. Im Alten Testament ist von unzähligen Massakern und Säuberungen die Rede. Im vierten Buch Moses steht, dass Gott 24.000 israelitischen Ehebrechern und Götzenanbetern das Leben nahm. Die Meder hatten die Israeliten zum Brechen der Gebote angestiftet. Deshalb beauftragte Gott Moses, alle medischen Männer zu töten. Auch alle Frauen, die keine Jungfrauen mehr waren, mussten sterben.

Im Buch Josua heißt es, dass die Israeliten im Auftrage dieses Gottes Kanaan angegriffen und „alles zerstörten, was in der Stadt war, sowohl Mann und Frau, Jung und Alt, Ochsen, Schafe und Esel, mit der Schärfe des Schwertes.“

Das Judentum gilt als streng monotheistisch. In Wirklichkeit kennt das Altes Testament aber zwei Götter, Jahwe und Elohim. Jahwe ist der israelitische Stammesgott, dessen Zorn fürchterlich ist. Elohim dagegen ist ein Gott der Liebe und des Mitgefühls, der ethnische und nationale Grenzen überwindet.

Es war Jahwe, der den Israeliten die Vernichtung anderer Völker befahl. Jahwes Grausamkeiten erklären vielleicht die aggressive Mentalität des Westens.

Die Westler würden gerne glauben, dass auch die Japaner am Sklavenhandel und den Massakern beteiligt waren”

Da die grausamen Geschichten des Alten Testaments zum Allgemeinwissen der Westler gehören, glauben sie, dass auch Japan während des Kriegs Gräueltaten begangen haben muss.

So setzen die USA 1947 vor dem Internationalen Militärgerichtshof für den Fernen Osten das Märchen vom „Massaker von Nanking“ in die Welt. Demnach soll die japanische Armee bei der Eroberung der Stadt 200.000 Menschen massakriert haben. Außerdem erfanden die Amerikaner die Geschichte, wonach die japanische Armee 200.000 koreanischen Trostfrauen verschleppt haben soll. Obwohl es dafür keine Beweise gibt, hält sich bis heute die Legende von Japans „Sexsklavinnen“.

Das amerikanische und verschiedene europäische Parlamente fordern von der japanischen Regierung formale Entschuldigungen und Entschädigungen für die „Trostfrauen“. Für diese Frauen werden sogar Denkmäler errichtet. Koreanische Organisationen veranstalten Kampagnen. Die Westler greifen sie auf, weil sie ihnen Erleichterungen verschaffen. Sie sind dann nicht die einzigen Sklavenhändler der Geschichte gewesen.

Japans „Krieg der Selbstverteidigung“ gegen den Kolonialismus und Kommunismus

Wie ist es nun wirklich gewesen? Was war der Grund für den Großen Ostasien-Krieg? Während Japan in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine Meiji-Restauration durchführte, versuchten die USA und Russland in Ostasien, an „der letzten Grenze“, Kolonien zu erobern.

Die Teilung Chinas unter den Westmächten begann mit dem Opiumkrieg 1840. Großbritannien sicherte sich Hongkong und Schanghai als Basen. Der gesamte Jangtse-Fluss wurde britisches Einflussgebiet. Frankreich kontrollierte Kanton und Deutschland die Shandong-Halbinsel. Russland etablierte seine Vormachtstellung im Nordosten, von der Mandschurei bis zur Liaodong-Halbinsel.

Angesichts des Vormarschs der Westmächte startete das kleine Japan eine Offensive, um die 500-jährige Herrschaft der Europäer über die farbigen Menschen zu brechen. Zunächst stoppte Japan im Ersten Sino-Japanischen Krieg und im Russisch-Japanischen Krieg den Vormarsch Russlands nach Süden. Japan war dabei gezwungen, die koreanische Halbinsel zu annektieren. Es benötigte eine „Verteidigungszone“. Nach der Oktoberrevolution in Russland drohte die Gefahr, dass Ostasien kommunistisch wird. Japan unterstützte daher die Gründung von Mandschukuo.

Die USA sahen durch die Maßnahmen Japans ihre Interessen in China bedroht. Sie unterstützten daher im Zweiten Sino-Japanischen Krieg 1937 die Kuomintang. Es handelte sich um einen „Stellvertreter-Krieg“ gegen Japan. Die USA trieben Japan durch die Blockierung der Volkswirtschaft, die Bildung des anti-japanischen ABCD-Linie (American-British-Chinese-Dutch) zur Einkreisung des Inselstaats und ein Öl-Embargos in die Ecke. Deswegen brach 1941 der Krieg zwischen Japan und den USA aus.

Japan musste sich selbst verteidigen, um nicht von weißen Rassisten in eine Kolonie oder eine Sowjetrepublik verwandelt zu werden. Die Japaner befreiten große Teile Ost- und Südostasiens von der Herrschaft westlicher Kolonialisten und Imperialisten. Japan errichtete die „Großostasiatische Wohlstandssphäre“, der Autarkie und eine Stärkung der Selbstverteidigungskräfte zum Ziel hatte. Asien sollte unter der tugendhaften Herrschaft des Kaisers und der Sonnengöttin Amaterasu Omikami in Frieden leben. General MacArthur erfasste diese Hintergründe klar, als er nach dem Krieg als Zeuge vor dem US-Kongress sagte: „Japans Absicht beim Kriegseintritt war weitgehend von der Sicherheitslage diktiert.“

Japan zerschmetterte die weiße Rassendiskriminierung

Gemäß der Murayama-Erklärung ist Japan in asiatische Länder eingedrungen. Tatsächlich kämpfte Japan aber gegen die Westmächte, die über diese asiatischen Länder herrschten. Der Zweite Sino-Japanische Krieg war ein Eingriff in den Bürgerkrieg zwischen der Kuomintang und der Kommunistischen Partei, wobei die USA die Nationalisten und die Sowjetunion die Linken unterstützt haben.

Japan wurde am Ende durch den Westen besiegt, aber das Land bahnte den Völkern Asiens unter großen Opfern letztlich den Weg in die Unabhängigkeit. Der Kreuzzug zur Befreiung Asiens gelang. Die Japaner haben mit diesem Akt der Selbstaufopferung ihre Menschheitsmission erfüllt. Sie brachen eine 500-jährige Knechtschaft unter der Knute weißer Rassisten. Vor dem Großostasiatischen Krieg gab es 69 unabhängige Staaten, heute sind es fast 200. Vor diesem Hintergrund ist es schwer zu verstehen, warum die Chinesen Japan heute nicht auf Knien für die Vertreibung der Westmächte aus dem eigenen Land danken. Stattdessen nörgeln sie wegen historischer Vorfälle herum.

Japan hat sich in einem Akt des Wohlwollens geopfert“

In der japanische Schule berichten Geschichtsbücher über diesen Zeitraum wie folgt: Der Zweite Weltkrieg endete mit der Kapitulation Japans im August 1945. Die Menschen in Korea und Taiwan, die von Japan kolonialisiert, und die Menschen in China und Südostasien, die von der japanischen Armee besetzt worden waren, freuten sich über ihre Befreiung.“

Abgesehen von China und Korea, wo es keine Redefreiheit gibt, wenn es um historischen Ansichten über den letzten Weltkrieg geht, haben die Führer der asiatischen Länder völlig anders über diese Zeit geäußert.

Der thailändische Premierminister Kukrit Pramoj (1975-1976) veröffentlichte 1955 in einer Zeitung ein Gedicht mit dem Titel „8. Dezember“.

Dank Japan wurden alle asiatischen Länder unabhängig.

Die Mutter, Japan, hatte eine schwierige Geburt, aber das Kind gedieh.

Wem haben es die Südostasiaten zu verdanken, dass sie gleichberechtigt mit Amerika und Großbritannien sprechen können?

Es ist der Mutter Japan zu verdanken, die sich in einem Akt des Wohlwollens selbst geopfert hat.

Der 8. Dezember ist der Tag, an dem die Mutter, die Entscheidung traf, ihre eigenen Interessen aufs Spiel zu setzen.

Der 15. August ist der Tag, der unsere kostbare Mutter aufs Krankenbett warf.

Wir dürfen diese beiden Tage nie vergessen.“

Der größere ostasiatische Krieg war der Krieg der Asiaten“

Nach Kriegsende 1945 kehrten die niederländischen und britischen Soldaten nach Indonesien zurück, um die Kolonialherrschaft fortzusetzen. Das indonesische Volk erhob sich dagegen. Am Unabhängigkeitskrieg nahmen 2.000 japanische Offiziere und Männer teil. Nach viereinhalb Jahren heftiger Kämpfe zerschlug Indonesien 350 Jahre Fremdherrschaft.

Einer der Führer im Krieg, der ehemalige Informationsminister Bung Tomo, sagte: Die japanische Armee hat vor unseren Augen die Amerikaner, Briten, Holländer und Franzosen überwältigt. Als wir die Schwäche der Weißen sahen, gewannen alle Menschen in Asien Vertrauen und wussten, dass die Unabhängigkeit nahe war. Selbstvertrauen kann nie mehr zerstört werden. Von Anfang an war der Großostasiatische Krieg unser Krieg (…) Trotzdem ließen wir Japan die ganze Last alleine tragen und trieben es an den Rand der Zerstörung. Das war unentschuldbar.“

Als Ex-General Alamsya in den 1990er Jahren Japan als Sondergesandter des indonesischen Präsidenten besuchte, kritisierte er die Murayama-Erklärung wie folgt: Japans Ziel im Krieg war es, den Kolonialismus zu stürzen. Dieses Ziel wurde weitgehend erreicht, aber (der Kolonialismus) besteht in Südafrika und Asien fort. Die Murayama-Erklärung bedeutet, das Gelübde aufzugeben, den Kolonialismus zu stürzen. (…) Premierminister Murayama hätte den Kolonialismus verurteilen sollen, der immer noch fortbesteht.“

Kein Land hat so viel für Asien getan wie Japan“

Auch für die Menschen in Malaysia ist es unvergesslich, wie die starke japanische Armee das britische Militär in kürzester Zeit zurückschlug. Nach dem Krieg wurde das Land wieder eine britische Kolonie, aber der Wunsch nach Freiheit ließ sich nicht mehr unterdrücken. 1957 erlangte der Staat die Unabhängigkeit.

Herr Shafi, der als malaysischer Diplomat und Außenminister eine führende Rolle spielte, äußerte: „Kein Land hat so viel wie Japan für Asien getan. Mich enttäuscht, dass japanische Politiker diese Tatsache leugnen. Wenn sie verantwortliche Politiker wären, würden sie sagen: ‚Damals waren die meisten asiatischen Länder Kolonien des Westens geworden, und es schien, als gäbe es keine unabhängigen Staaten, also vertrieb die japanische Armee die Kräfte des Westens.’“

Nicht nur südostasiatische Staats-und Regierungschefs denken so. Auch im Westen ist bekannt, dass Japan die weiße Kolonialherrschaft zerstört hat. H.G. Wells, ein britischer Schriftsteller und Historiker, sagte: „Dieser große Krieg setzte dem Kolonialismus ein Ende und brachte die Gleichstellung von Weißen und Farbigen.“

Der britsche Historiker und Zivilisationsforscher, Alfred J. Toynbee, hatte eine hohe Meinung von Japan. Er erklärte: Im Zweiten Weltkrieg haben die Japaner Geschichte geschrieben, nicht im eigenen Land, sondern in den Ländern, die vom Krieg profitiert haben. Das sind diejenigen Länder, die zur kurzlebigen japanischen Großostasiatischen Wohlstandssphäre gehörten.“

Japan ist ein „Schutzgeist des Friedens und der Gerechtigkeit“

China versucht seit Beginn des 21. Jahrhunderts an die Stelle der alten westlichen Kolonialstaaten zu treten. Chinesische Streitkräfte bewegen sich nun im Ost- und im Südchinesischen Meer sowie im westlichen Pazifik. Sie suchen nach einer Möglichkeit, den Indischen Ozean und Afrika zu kontrollieren.

Südostasiatische Staatschefs, wie der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, welche die Stärke des einstigen japanischen Armee kennen, stimmen mit der anstehenden Revision von Artikel 9 der Verfassung Japans überein. Japan muss wieder militärische Verantwortung übernehmen, fordern sie.

Der philippinische Außenminister Albert del Rosario erklärte im Dezember 2012 in einem Interview mit der britischen Zeitung The Financial Times, dass er Japans Aufrüstung „begrüße“. Das dämme Chinas militärische Macht ein. Verteidigungsminister Voltaire Gazmin ging noch weiter und sagte: „Die Stationierung der japanischen Selbstverteidigungstruppen wäre uns willkommen.“

Vor allem Länder, die sich von der maritimen Expansion Chinas bedroht fühlen, bitten um japanische Militärpräsenz.

Seit der Meiji-Ära, war Japan ein „Hüter des Friedens und der Gerechtigkeit,“ der Asien vor „ungerechter Aggression“ geschützt hat. Nun, da Amerika sich langsam von seiner Rolle als „Weltpolizist“ zurückzieht, ist Japan aufgefordert, die Mission zu übernehmen, „sein Bestes zu tun, um den ewigen Frieden auf der Welt zu verwirklichen.“ Das „Okawa-Statement“ ist der Ausgangspunkt dafür.

Viele asiatische Länder stehen unter dem militärischen Schutz der USA. Sie sind an das amerikanische Geschichtsverständnis gebunden, wonach im letzten Krieg das demokratische Amerika gegen das faschistische Japan kämpfte. Wenn Japan jedoch wieder zur weltweiten Führungsmacht aufsteigt, dann bringt es die „Redefreiheit“ nach Asien und Afrika. Zu diesem Zeitpunkt wird die Überprüfung der 500-jährigen Geschichte der westlichen Aggression und Kolonialherrschaft beginnen.

(Jiro Ayaori)