Obama's Immoral Decision

Raketen allein werden Washingtons Glaubwürdigkeit nicht sichern,“ lautete am 16. September 2013 der Titel von Gideon Rachmanns Kolumne. Zu Recht schreibt er dort: „Der amerikanische Präsident […] scheint immer weniger bereit zu sein, militärische Gewalt einzusetzen“ – selbst wenn eine von ihm selbst gezogene „rote Linie“ überschritten wurde. Aber stimmt seine Einschätzung, dass „eine schlecht durchdachte Militärintervention weit schädlicher für die USA ist als Zurückhaltung beim Einsatz von Gewalt?“

Dazu ist erstens festzuhalten, dass kein Außenstehender die Situation wirklich beurteilen kann. Eine Betrachtung des Krieges aus einem Abstand von 1.000 Jahren würde zeigen, dass die Auseinandersetzung der ganzen arabischen Welt bei der Erneuerung ihrer religiösen Traditionen hilft. Das wiederum ist eine der zentralen Voraussetzungen, damit diese Region Fortschritte machen kann.

Zweitens gibt es keine Alternative zu einer militärischen Intervention. Gleich nach der amerikanisch-russischen Vereinbarung kehrte der britische Sender BBC Präsident Assads Einsatz von Cruise Missiles unter den Teppich. Während der „Friedensprozess“ anläuft, schlachtet Assad weiterhin seelenruhig seine Bürger ab. Mehr als 5.000 Syrer sterben jeden Tag. Kinder werden in der Schule während des Unterrichts bombardiert.

Ich möchte die Leser daran erinnern, dass 80 Prozent der Opfer – und das ist eine konservative Schätzung – durch konventionelle Waffen umkommen, nicht durch chemische Waffen.

Die Beseitigung chemischer Waffen unter Ignorierung massiver Gräueltaten durch andere Waffenarten rettet Assad die Macht. Das syrische Volk, das gegen seine Herrschaft aufbegehrt, wird dadurch entmutigt.

Wenn die Staats-und Regierungschefs nichts gegen Assads Gräueltaten tun, droht eine albtraumhafte Situation wie nach dem Münchner Abkommen 1938. Syrien entwickelt sich zu einer Art Auschwitz.

Wir brauchen keine rote Linie, um das Gesicht des Präsidenten zu wahren. Stattdessen sollte jemand eine moralische Linie ziehen. Wenn die USA dem Geist ihrer „Unabhängigkeitserklärung“ folgen, dann müssen sie das Leben der Menschen retten, dann müssen sie für die Freiheit eintreten, so dass jeder nach seinem Glück streben kann. Wenn der Gott, an den Präsident Obama und die Amerikaner glauben, das Töten unschuldiger Bürger gutheißt, dann verehren sie mittlerweile den Gott des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche. Er hat auch den Aufstieg von Adolf Hitler verursacht.

Hanako Cho

Leitende Redakteurin von The Liberty