Der Schutz des Bankensystems allein hilft nicht, die Wirtschaft zu schützen

Diese Frage-und-Antwort Sitzung wurde am 11. Oktober 2012 im Hauptquartier von Happy Science abgehalten.

Frage: Meine Frage betrifft die Finanzpolitik. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erkennt allmählich die Notwendigkeit einer expansiven Fiskalpolitik. Wie sollen wir mit der Finanzpolitik in dieser aktuellen weltwirtschaftlichen Lage umgehen?

Die Antwort des Meisters:

1. Der Schutz des Bankensystems allein hilft nicht, die Wirtschaft zu schützen

Das hat mit meinem heutigen Vortrag über den IWF und die Steuerpolitik der Europäischen Union (EU) zu tun. Wenn ich mir diese Politik ansehe, bekomme ich das Gefühl, dass sie nur das Bankensystem der EU oder anderer Ländern schützen wollen. Das Bankensystem ist jedoch nicht die Wirtschaft selbst. Den Schutz des Bankensystems darf man nicht mit dem Schutz einer guten Wirtschaft, des Wohlstands oder des Wirtschaftswachstums gleichsetzen. Sie schützen nur das Bankensystem.

Japan hat seit 1991 auch das Bankensystem geschützt. Wir taten das während des Wirtschaftsdebakels nach dem Platzen der Spekulationsblase. Die Banken spielten immer wenigere Rolle und die Menge an Geld, das sie zur Verfügung stellten. Sie zügelten das Tempo, um die Kontrolle über die Geldbeträge zu wahren. Natürlich gab es gute, weniger gute und richtig schlechte Kredite. Die schlechten Darlehen haben in der Regel zum Konkurs des Unternehmens geführt. Es traten Probleme auf, welche die Banken selbst beschädigten. Die Banken wollten eine saubere Bilanz und die weltweiten Standards erfüllen. Aus meiner Erfahrung in den vergangenen 20 Jahren hat der weltweite Standard nicht gut funktioniert. Der Standard hat das japanische Bankensystem beschädigt und viele Unternehmen in den Bankrott getrieben. In der nächsten Phase werden viele Insolvenzen in der EU auftreten, aber auch in Afrika, Asien und auf dem amerikanischen Doppel-Kontinent.

2. Wenn die politischen Entscheidungsträger keine expansive Finanzpolitik betreiben, wird eine Weltwirtschaftskrise ähnlich wie 1929 auftreten

Wir müssen bedenken, dass die Weltbevölkerung wächst. Wir haben in den vergangenen 200 Jahren eine Erhöhung der Bevölkerung von einer auf sieben Milliarden Menschen erlebt. In naher Zukunft rechnen wir mit mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde.

Diese Leute werden nicht wohlhabende Menschen sein. Statt den Lebensstil der Reichen zu genießen, wird mehr als die Hälfte von ihnen in Armut stecken. Mehr als eine Milliarde Leute werden nicht genug Nahrung und kein sauberes Wasser haben. Das überleben nur die Stärksten.

Das Bankensystem muss daher seine Prioritäten ändern. Derzeit denken die Banker nur darüber nach, wie sie das Problem der faulen Kredite lösen. Sie wollen ihre Bilanzen ins Gleichgewicht bringen, um aus Sicht bürokratischer Systeme wie des IWF gut dazustehen.

Unternehmen brauchen Geld, und Leute werden es benutzen. Wenn nicht genügend Geld vorhanden ist, treibt das die Unternehmen in den Ruin.Während die Banken sicher sein werden, verschwinden viele Firmen. Am Ende stehen die Banken allein in der Wüste. Das wird keine gute Situation sein.

Also haben die Banker eine Mission. Sie müssen Geld zur Verfügung stellen, viel, viel Geld, um Unternehmen in den kommenden drei bis vier Jahren zu retten. Anderenfalls wird eine weltweite Depression wie die von 1929 eintreten. Sie ist bereits im Anmarsch. Ich höre bereits die schweren Schritte.

3. Konzentrieren Sie sich auf mehr Darlehen statt auf eine gute Bilanz

Denken Sie nicht kleinkariert. Denken Sie nicht nur daran, Ihre Firma zu verkleinern oder umzustrukturieren, nur um eine gute Bilanz hinzubekommen.

Das Bankensystem existiert, um Unternehmen bei ihren wirtschaftlichen Aktivitäten zu fördern. Das möchte ich sagen. Aber die Bürokratie besteht aus Personen, die bei weltweiten Banken arbeiten, sodass sie dazu neigen, Fehler zu machen.

Japan sollte also jetzt mit einer neuen Wirtschaftspolitik beginnen. Japan sollte schwächeren Unternehmen Geld zur Verfügung stellen, damit sie sich erholen können.

In dieser Zeit müssen wir eine Zukunftsvision für unser Land und den Rest der Welt haben. Das ist elementar wichtig.

Dem Bankensystem fehlt häufig eine Vision für die Zukunft. Das ist das Problem. Die Politik der Kürzung von staatlichen Darlehen ist nicht gut. Ich verwarne, dass dies zu mehr als zehn bis 20 Jahren Depression führt.

Auch die EU muss ihre Denkweise ändern. Die griechische und italienische Volkswirtschaft sind jeweils klein. Ihre Probleme dürfen nicht die gesamte Weltwirtschaft negativ beeinflussen.

Die großen Volkswirtschaften sollten die Weltwirtschaft stärken. Sie sollten sich untereinander abstimmen. Nur so lassen sich die Herausforderungen bewältigen, die mit einem Bevölkerungswachstum von sieben auf zehn Milliarden Menschen verbunden sind.